Wie gefährlich sind radioaktive Strahlungen wirklich?

Radioaktivität ist mittlerweile zu einem recht brisanten Thema geworden. Nach Zwischenfällen in Fukushima und Tschernobyl sorgen sich immer mehr Menschen um die Zukunft, um Atomkraftwerke und radioaktive Strahlungen. Doch wie gefährlich sind radioaktive Unfälle und wie reagiert der menschliche Organismus auf radioaktive Strahlungen?

Nachwirkungen von Katastrophen

Auch wenn Deutschland weit entfernt von den Unglücksorten zu sein scheint – durch Niederschläge und Winde gelangte die Radioaktivtät auch in unsere Lande. Vor allem im Süden Deutschlands und somit in Bayern und Teilen entlang der Donau sind bis heute Wildtiere sowie Waldfrüchte oder -pilze noch kontaminiert. Viel schlimmer ist es jedoch in den Sperrzonen, in denen es Unfälle in Kernreaktoren gab. Hier werden Menschen auch in den nächsten 100-250 Jahren nicht leben können, sind die radioaktiven Strahlen bis tief in den Boden eingedrungen und haben Pflanzen und Wasser geschadet.

 

Radioaktive Strahlen sind gefährlich für den Menschen

Kommt es zum radioaktiven Zerfall, so werden ionisierende Strahlen freigesetzt. Bei diesen Strahlen handelt es sich um Gamma- als auch Alpha- und Betastrahlungen. Trifft diese atomaren Teilchen auf den Menschen, so werden Körperzellen angegriffen und nachhaltig geschädigt. Das Risiko an Krebserkrankungen verschiedenster Art zu erleiden ist gegeben. Hierbei gilt die Prämisse: je höher und intensiver die Bestrahlung, desto schneller der Zerfall der Körperzellen und desto höher die Krebsrisikoerkrankung.

Was passiert mit dem menschlichen Organismus?

Treffen Körperzellen auf ionisierte Strahlen, so werden die einzelnen Moleküle zerstört. In diesen Zellen befinden sich jedoch die wertvollen Erbinformationen eines jeden Menschen oder Tieres. Zwar kann sich jede Zelle dank Schutzmechanismen selbst reparieren, doch nicht immer ist eine einwandfreie Reparatur gegeben. Es kann auch zu Fehlschlägen kommen, die Strahlung siegt und der Körper zerfällt immer mehr. Durch diese Maßgabe entstehen Leukämie und andere Krebsarten.

Wir wirkt sich der Zerfall zunächst aus?

Jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze geht mit der Strahlenbelastung anders um. Während Pflanzen eingehen und sich nicht mehr erholen, erleiden Mensch und Tier an verschiedenen Krankheitsbildern. Neben Blutarmut sind

  • Durchfall
  • Unwohlsein
  • Kopfschmerzen sowie Migräne
  • Übelkeit

und einiges mehr nicht unüblich. In vielen Fällen verschlimmern sich die Krankheitssymptome. Medikamentöse Behandlungen können erfolgreich sein, bilden jedoch keinerlei Garantie. In zahlreichen Fällen kann eine starken Bestrahlung und Dauerbelastung zum Tod führen.

Ist Radioaktivität somit ansteckend?

Ist ein Mensch radioaktiv belastet, so gilt er damit nicht automatisch als ansteckend, da die Person selbst keine Strahlung aussendet. Ist der Mensch allerdings mit Radioaktivität in Berührung gekommen, so gilt es zunächst eine Dekontaminierung vorzunehmen. Kleidung muss entfernt und der Körper gewaschen werden. Wird dies befolgt, so ist die Person auch nicht gefährlich.

Ab wann ist eine schädliche Radioaktivität gegeben?

Ist die Strahlung höher als 1 Sievert, so muss von einer Erkrankungsgefahr ausgegangen werden. Fehlbildungen bei Neugeborenen, akute Schädigungen, Krebserkrankungen und vieles mehr sind bereits ab einem Wert von 100 mSv möglich.

Dennoch darf nicht vergessen werden, dass der Mensch jeden Tag einer gewissen Strahlenbelastung durch die Umwelt ausgesetzt ist. Strahlungen aus dem Boden, in Lebensmitteln oder in der Luft sind allgegenwärtig, sodass Panik zunächst kein Grund zur Sorge darstellt. Allein in Deutschland wird eine Strahlenbelastung von ca. 2-3 mSv/a und in einigen Fällen sogar 10mSv/a erreicht werden – dies ist jedoch ein natürlicher Vorgang und kann nicht aufgehalten werden.

Wofür steht die Bezeichnung Sievert?

Die Bezeichnung Sievert oder Millisievert wird als Maßeinheit für die vom Organismus aufgenommene radioaktive Strahlung verwendet. Dabei entsprechen 1.000 Millisievert einem Sievert. Wird eine radioaktive Belastung im Rahmen von 100 mSv ermittelt, so steigt das Risiko an Krebs oder Leukämie zu erkranken um rund 1 Prozent an.

Was kann der Mensch bei Bestrahlungen tun?

Ist eine Katastrophe gegeben, so sollten Betroffene zunächst Vorkehrungen treffen. Dabei sind lagerfähige, langhaltbare Lebensmittel so schnell wie möglich anzuschaffen. Ein Verbleib in einem Schutzgebäude ist zunächst für 7 Tage denkbar. Medizinische Fachkräfte werden sich um Betroffene schnellstmöglich kümmern und diese versorgen. In den meisten Fällen werden Jodtabletten verteilt. Radioansagen und Fernsehinformationen sollten Folge geleistet werden, um sich selbst zu schützen.

Was können Jodtabletten nach einem radioaktiven Unfall bewirken?

Ist der Körper Radioaktivität ausgesetzt worden, so wandert auch weiterhin die im Körper befindliche Jodmenge in die Schilddrüse und wird dort für eine gewisse Zeit abgespeichert. Da das Jod jedoch auch bestrahlt wurde, kann es in diesem empfindlichen Organ zu Schäden kommen. Die Schilddrüse agiert nun jedoch selbstschützend und versucht sich weiterhin mit Jod zu versorgen. Die schnelle Versorgung ist dabei maßgeblich, um Schäden zu reduzieren.

Warum ist Jod so wichtig für den Organismus?

Jod ist eines der bedeutensten Spurenelemente für den menschlichen Körper. Es reguliert nicht nur das Wachstum, sondern sorgt für reibungslose

  • Stoffwechselprozesse
  • Energiestoffwechsel
  • Knochenbilddung
  • Weiterentwicklung des Gehirns.

Das Jod gelangt nach der Aufnahme in den Magen-Darm-Trakt und wird vom Blut zur Schilddrüse transportiert. Hier wird es abgespeichert und bedarfsweise an den Stoffwechsel abgegeben.

Der Mensch ist demnach jeden Tag radioaktiver Strahlung ausgesetzt – dies ist jedoch nicht schädlich und gehört zum natürlichen Kreislauf des Lebens dazu. Kommt es dennoch zu atomaren Unfällen, so sind gewisse Vorkehrungen zu treffen, damit Spätfolgen minimiert oder ausgeschlossen werden können.

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