Reaktorunfall – wie verhalte ich mich im Ernstfall richtig?

In der Vergangenheit haben atomare Katastrophen aufgezeigt, dass im Fall eines Super-GAU nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschheit in Gefahr ist. Dass ein Reaktorunfall tatsächlich auch passieren kann, bestätigen die Unfälle in Tschernobyl und Fukushima. In solchen Ernstfällen sollten nicht nur Sicherheitsbeamte, sondern auch die Bevölkerung in unseren Breitengraden gewappnet sein. Zwar gab es bisher noch keine starke Strahlenbelastung oder ähnliche Notlagen in Deutschland, dennoch ist dieser Fall nicht wirklich auszuschließen. Für diese Situation ist es maßgeblich, sich zu rüsten und sich mit speziellen Verhaltensregeln zu wappnen.

Was ist beim Katastrophenalarm zu tun?

Kommt es zu einem GAU (Kurzform für: größter anzunehmender Unfall), dann ist es in einem Atomkraftwerk zu einem schwerwiegenden Schaden oder einer radioaktiven Verstrahlung gekommen. In diesem Fall ist zunächst nur die Reaktoranlage betroffen – erst wenn der GAU die Anlage selbst vollkommen übernommen hat, gilt es für die Bevölkerung Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In letzterem Fall sprechen Experten schließlich von einem Super-GAU. Die Katastrophe ist dann nicht mehr aufzuhalten und eine Strahlbelastung für die Natur und den Menschen ist vorprogrammiert.

Muss ich mir Sorgen machen?

In Deutschland werden viele, zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen vollzogen, damit ein solcher GAU nicht eintritt. Dennoch gibt es keine Garantien, dass eine Katastrophe nicht aufkeimen kann. Trotz allem werden verschiedene Richtlinien vollzogen:

  • Brennelemente sind in gekühlten und dicken Reaktorbehältern verschlossen
  • Behälter liegen weiterhin in Sicherheitshüllen, diese sind wiederum in Reaktorgebäuden befindlich
  • Sicherungen gegen technische Störungen, Stromausfälle, Brand etc. liegen vor.

Kommt es nun durch eine Störung zu einer Notsituation, so werden durch Druckentlastung, Notstromversorgung, Kühlwasser etc. entsprechende Maßnahmen eingeleitet, damit eine Kernschmelze nicht zum Zuge kommen kann. Lässt sich hingegen ein atomarer Ernstfall nicht ausschließen, so sind die Betreiber des Atomkraftwerkes dazu verpflichtet, Behörden über die Katastrophe zu informieren, damit Polizei, Feuerwehr und andere Stellen die Situation abklären und entsprechend handeln können.

Wie hab ich mich im Fall eines Falles zu verhalten?

Zunächst sollte immer erst einmal Ruhe bewahrt werden. Massenhysterien werden in dieser Situation nicht weiterhelfen. Daher sollte am besten diese Checkliste eingehalten und abgearbeitet werden, um sich selbst und alle andere Menschen zu schützen.

Zuhause bleiben und abwarten

Bei einem Super-GAU gelangen gefährliche Mengen an Radioaktivität an die Umwelt. Das Einatmen dieser hochgradig gefährlichen Stoffe ist zu vermeiden, sodass Betroffene besser zu Hause bleiben. Halten sich Menschen auf der Arbeit oder Kinder im Kindergarten sowie Schule auf, so werden diese Personen dort versorgt, evakuriert und behandelt. Eltern sollten Ruhe walten lassen – der Nachwuchs ist nur dann aus den Einrichtungen abzuholen, wenn Schutzbehörden explizit darauf hinweisen und dazu auffordern.

Keller und Schutzbunker aufsuchen

Leider ist die Wohnung oder das Haus nicht immer der geeignetste Ort, um bei einem atomaren Unfall auszuharren. Um der Strahlung bestmöglich auszuweichen, sollten innenliegende Räumlichkeiten sowie Keller oder Schutzbunker aufgesucht werden. Fensterlose Räume sind dabei zu bevorzugen. Diese Orte wirken wie einen Schutzwall gegen die Strahlung und schützen die Menschen.

Fenster und Türen stets geschlossen halten

Auch wenn die Verlockung groß ist: Fenster und Türen sollten bei einem atomaren Unfall immer verschlossen bleiben. Dies ist für die Verhinderung des Luftaustausches wichtig, kann somit keine Radioaktivität ins Haus gelangen.

Kleidung wechseln und duschen!

Wer sich aus dem Freien in ein Haus begibt, sollte noch vor dem Betreten des Hauses sämtliche Kleider ablegen, Schuhe ausziehen und diese Dinge in einem Sack gut verschließen. Durch diese Maßnahme wird es vermieden, die radioaktiven Stoffe mit in die Wohnräume zu bringen. Anschließend sollten Hände, Kopf und alle weiteren Körperstellen unter fließendem Wasser gereinigt werden. Erst danach raten Experten eine Dusche an.

Radio einschalten und Anweisungen befolgen

Tritt ein Katastrophenalarm ein, so sollten zu jederzeit die Anweisungen per Radio befolgt werden. Behörden und Ämter halten auf diesem Weg die Bevölkerung auf dem neusten Stand, geben Empfehlungen aus und sorgen somit für die Sicherheit der ganzen Bevölkerung

Polizei oder Feuerwehr nur in Notfällen kontaktieren

Panik ist keine Lösung – aus diesem Grund ist die Polizei sowie die Feuerwehr nur in absoluten Notfällen zu kontaktieren. Die Sicherheitsleute haben in dieser Situation jede Menge zu tun und benötigen die freien Leitungen für wirkliche Ernstfälle.

Hinweis: maßgeblich ist die Entfernung zum Atomkraftwerk. In einem Umkreis von round about 25 km werden bei einem Unfall direkte Sofortmaßnahmen vollzogen.

Vorsicht bei Früchten und Gemüse aus dem Garten

Auch wenn zunächst Entwarnung gilt, so sollte auf Obst sowie Gemüse aus dem eigenen Garten verzichtet werden.

Hintergrund: die radioaktiven Stoffen gelangen aus der Luft auf den Boden und lagern sich dabei auch auf diversen Oberflächen ab. Das kann nicht nur Bäume und Sträucher betreffen, sondern auch Obst und Gemüse. Daher ist auf den Verzehr aus dem Eigenanbau zu verzichten. Besser ist die Kost von Konserven sowie Tiefkühlwaren. Auch der Genuss von Milch von freilebenden Tieren sollte vermieden werden.

Tipp: weniger Gefahr geht von Produkten aus Molkereien aus. Auch Leitungswasser darf weiterhin getrunken werden, obliegt dieses einer steten Kontrolle.

 

 

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