Lässt sich ein Geigerzähler selbst herstellen?

Aufgrund der Ereignisse in Tschernobyl und Fukushima ist es kaum verwunderlich, dass auch immer mehr Menschen in Deutschland Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Dass ein atomarer Unfall auch in unserem Umfeld auftreten kann, ist schließlich nicht auszuschließen. Daher sind Sicherheitsvorkehrungen auf keinen Fall verkehrt. Neben einem guten Vorrat an Lebensmittel kann auch die Anschaffung eines Geigerzählers von Vorteil sein. Dieser gibt bei Anwendung Auskunft über den jeweiligen Verstrahlungsgrad von Umgebung, Nahrungsmitteln und auch Personen. Diese Geräte sind im Handel jedoch recht teuer – kein Wunder also, dass sich Interessierte fragen, ob ein solches Modell nicht auch selbst hergestellt werden kann.

Geigerzähler selbst bauen – klappt das überhaupt?

Die Anzahl von Strahlenmesser ist im Handel oftmals recht beschränkt – selbstverständlich kann auch das Internet befragt werden, lassen sich Geigerzähler auch recht praktisch online erwerben. Die Tatsache, dass solche Gerätschaften nicht günstig sind und schon mal mehrere Hundert Euro kosten können, lässt die Vermutungen aufkeimen, ob so ein Geigerzähler nicht auch selbst gebaut werden kann?

So ein Zähler ist jedoch nicht nur für einen Super-GAU sinnvoll. Personen, die in der Nähe eines Atomkraftwerkes oder gar eines Atommüllentlagers wohnen, können ein Strahlenmessgerät dann und wann nutzen. Dabei gilt es verschiedene Bereiche zu kontrollieren, um das Risiko von atomarer Verstrahlung frühzeitig zu erkennen. Angrenzend werden in erster Linie die Gamma- als auch Betastrahlen ermittelt, die für die Gesundheit eine beträchtliche Gefahr darstellen.

Der Besitz eines Geigerzählers ist somit sinnvoll – wer einen Zähler herstellen möchte, sollte allerdings ein wenig physikalisches Wissen und Geschick mitbringen.

Strahlenmessgerät – do it yourself

Geigerzähler lassen sich in der Tat auch selbst herstellen, jedoch benötigt man dafür einige Dinge. Wichtig ist vor allem das Zählrohr, welches die Beta- und Gammastrahlen misst. Experten reden beim Herzstück des Strahlenmessers von einem GM-Zählrohr. Dieses kann jedoch nicht immer einfach erworben werden. Hier ist das Internet zu befragen – ist es auch hier schwierig, kann das Zählrohr auch aus einem defekten Geigerzähler Verwendung finden. Zusätzlich wird eine Schaltung benötigt – diese kann allerdings nur dann mit dem Zählrohr verbunden werden, wenn gewisse physikalische Grundkenntnisse vorliegen. Ein umsichtiger Umgang, Know-how über elektronische Spannungen und dergleichen sind somit maßgeblich.

Weitere gewichtige Bauteile sind

  • Schmitt-Trigger
  • Transistor
  • Netztransformator
  • Diode

Um die notwendige Schaltung für den Geigersteller aufzubauen, wird der Schmitt-Trigger 40106 eingesetzt. Hier ist eine Rechteckspannung von round about 470 Hertz interessant. Weiterhin wird ein Transistor nebst einem Netztransformator benötigt. Der Transistor soll die Rechteckspannung in Impulse umkehren. So entsteht die für das Zählrohr maßgebliche Spannung – die Hochspannungskaskade. Damit die jeweiligen Ergebnisse für den Anwender nutzbar sind, erfolgt schließlich die Einstellung des Zählrohrs. Die Betriebsspannung sollte sich hier bei 4,5 bis 7,5 Volt belaufen. Schlussendlich wird eine Spannung zwischen 300 und 600 Volt im Hochspannungskaskadenausgang erreicht. Der Eingangswiderstand beträgt ungefähr 1 GOhm – schlussendlich wird noch eine Diode angebracht, die als Impulsbreitenverlängerung agiert und einen Signalverstärker darstellt. Während der Betriebsspannung kann nun das Zählrohr eingestellt werden – der Einsatz von einem Sperrwandler ist nicht notwendig. Weitere Bauteile können zwar eingesetzt werden, erbringen aber kaum eine bessere Messung.

Dieser einfache Plan ist für einen schlichten Geigenzähler gedacht. Das Gerät kann Messungen vornehmen, ist jedoch weniger für Strahlenerkennung im Rahmen von Blech, dicken Mauern sowie Stahl gedacht.

Reaktorunfall – wie verhalte ich mich im Ernstfall richtig?

In der Vergangenheit haben atomare Katastrophen aufgezeigt, dass im Fall eines Super-GAU nicht nur die Umwelt, sondern auch die Menschheit in Gefahr ist. Dass ein Reaktorunfall tatsächlich auch passieren kann, bestätigen die Unfälle in Tschernobyl und Fukushima. In solchen Ernstfällen sollten nicht nur Sicherheitsbeamte, sondern auch die Bevölkerung in unseren Breitengraden gewappnet sein. Zwar gab es bisher noch keine starke Strahlenbelastung oder ähnliche Notlagen in Deutschland, dennoch ist dieser Fall nicht wirklich auszuschließen. Für diese Situation ist es maßgeblich, sich zu rüsten und sich mit speziellen Verhaltensregeln zu wappnen.

Was ist beim Katastrophenalarm zu tun?

Kommt es zu einem GAU (Kurzform für: größter anzunehmender Unfall), dann ist es in einem Atomkraftwerk zu einem schwerwiegenden Schaden oder einer radioaktiven Verstrahlung gekommen. In diesem Fall ist zunächst nur die Reaktoranlage betroffen – erst wenn der GAU die Anlage selbst vollkommen übernommen hat, gilt es für die Bevölkerung Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In letzterem Fall sprechen Experten schließlich von einem Super-GAU. Die Katastrophe ist dann nicht mehr aufzuhalten und eine Strahlbelastung für die Natur und den Menschen ist vorprogrammiert.

Muss ich mir Sorgen machen?

In Deutschland werden viele, zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen vollzogen, damit ein solcher GAU nicht eintritt. Dennoch gibt es keine Garantien, dass eine Katastrophe nicht aufkeimen kann. Trotz allem werden verschiedene Richtlinien vollzogen:

  • Brennelemente sind in gekühlten und dicken Reaktorbehältern verschlossen
  • Behälter liegen weiterhin in Sicherheitshüllen, diese sind wiederum in Reaktorgebäuden befindlich
  • Sicherungen gegen technische Störungen, Stromausfälle, Brand etc. liegen vor.

Kommt es nun durch eine Störung zu einer Notsituation, so werden durch Druckentlastung, Notstromversorgung, Kühlwasser etc. entsprechende Maßnahmen eingeleitet, damit eine Kernschmelze nicht zum Zuge kommen kann. Lässt sich hingegen ein atomarer Ernstfall nicht ausschließen, so sind die Betreiber des Atomkraftwerkes dazu verpflichtet, Behörden über die Katastrophe zu informieren, damit Polizei, Feuerwehr und andere Stellen die Situation abklären und entsprechend handeln können.

Wie hab ich mich im Fall eines Falles zu verhalten?

Zunächst sollte immer erst einmal Ruhe bewahrt werden. Massenhysterien werden in dieser Situation nicht weiterhelfen. Daher sollte am besten diese Checkliste eingehalten und abgearbeitet werden, um sich selbst und alle andere Menschen zu schützen.

Zuhause bleiben und abwarten

Bei einem Super-GAU gelangen gefährliche Mengen an Radioaktivität an die Umwelt. Das Einatmen dieser hochgradig gefährlichen Stoffe ist zu vermeiden, sodass Betroffene besser zu Hause bleiben. Halten sich Menschen auf der Arbeit oder Kinder im Kindergarten sowie Schule auf, so werden diese Personen dort versorgt, evakuriert und behandelt. Eltern sollten Ruhe walten lassen – der Nachwuchs ist nur dann aus den Einrichtungen abzuholen, wenn Schutzbehörden explizit darauf hinweisen und dazu auffordern.

Keller und Schutzbunker aufsuchen

Leider ist die Wohnung oder das Haus nicht immer der geeignetste Ort, um bei einem atomaren Unfall auszuharren. Um der Strahlung bestmöglich auszuweichen, sollten innenliegende Räumlichkeiten sowie Keller oder Schutzbunker aufgesucht werden. Fensterlose Räume sind dabei zu bevorzugen. Diese Orte wirken wie einen Schutzwall gegen die Strahlung und schützen die Menschen.

Fenster und Türen stets geschlossen halten

Auch wenn die Verlockung groß ist: Fenster und Türen sollten bei einem atomaren Unfall immer verschlossen bleiben. Dies ist für die Verhinderung des Luftaustausches wichtig, kann somit keine Radioaktivität ins Haus gelangen.

Kleidung wechseln und duschen!

Wer sich aus dem Freien in ein Haus begibt, sollte noch vor dem Betreten des Hauses sämtliche Kleider ablegen, Schuhe ausziehen und diese Dinge in einem Sack gut verschließen. Durch diese Maßnahme wird es vermieden, die radioaktiven Stoffe mit in die Wohnräume zu bringen. Anschließend sollten Hände, Kopf und alle weiteren Körperstellen unter fließendem Wasser gereinigt werden. Erst danach raten Experten eine Dusche an.

Radio einschalten und Anweisungen befolgen

Tritt ein Katastrophenalarm ein, so sollten zu jederzeit die Anweisungen per Radio befolgt werden. Behörden und Ämter halten auf diesem Weg die Bevölkerung auf dem neusten Stand, geben Empfehlungen aus und sorgen somit für die Sicherheit der ganzen Bevölkerung

Polizei oder Feuerwehr nur in Notfällen kontaktieren

Panik ist keine Lösung – aus diesem Grund ist die Polizei sowie die Feuerwehr nur in absoluten Notfällen zu kontaktieren. Die Sicherheitsleute haben in dieser Situation jede Menge zu tun und benötigen die freien Leitungen für wirkliche Ernstfälle.

Hinweis: maßgeblich ist die Entfernung zum Atomkraftwerk. In einem Umkreis von round about 25 km werden bei einem Unfall direkte Sofortmaßnahmen vollzogen.

Vorsicht bei Früchten und Gemüse aus dem Garten

Auch wenn zunächst Entwarnung gilt, so sollte auf Obst sowie Gemüse aus dem eigenen Garten verzichtet werden.

Hintergrund: die radioaktiven Stoffen gelangen aus der Luft auf den Boden und lagern sich dabei auch auf diversen Oberflächen ab. Das kann nicht nur Bäume und Sträucher betreffen, sondern auch Obst und Gemüse. Daher ist auf den Verzehr aus dem Eigenanbau zu verzichten. Besser ist die Kost von Konserven sowie Tiefkühlwaren. Auch der Genuss von Milch von freilebenden Tieren sollte vermieden werden.

Tipp: weniger Gefahr geht von Produkten aus Molkereien aus. Auch Leitungswasser darf weiterhin getrunken werden, obliegt dieses einer steten Kontrolle.

 

 

Wie gefährlich sind radioaktive Strahlungen wirklich?

Radioaktivität ist mittlerweile zu einem recht brisanten Thema geworden. Nach Zwischenfällen in Fukushima und Tschernobyl sorgen sich immer mehr Menschen um die Zukunft, um Atomkraftwerke und radioaktive Strahlungen. Doch wie gefährlich sind radioaktive Unfälle und wie reagiert der menschliche Organismus auf radioaktive Strahlungen?

Nachwirkungen von Katastrophen

Auch wenn Deutschland weit entfernt von den Unglücksorten zu sein scheint – durch Niederschläge und Winde gelangte die Radioaktivtät auch in unsere Lande. Vor allem im Süden Deutschlands und somit in Bayern und Teilen entlang der Donau sind bis heute Wildtiere sowie Waldfrüchte oder -pilze noch kontaminiert. Viel schlimmer ist es jedoch in den Sperrzonen, in denen es Unfälle in Kernreaktoren gab. Hier werden Menschen auch in den nächsten 100-250 Jahren nicht leben können, sind die radioaktiven Strahlen bis tief in den Boden eingedrungen und haben Pflanzen und Wasser geschadet.

 

Radioaktive Strahlen sind gefährlich für den Menschen

Kommt es zum radioaktiven Zerfall, so werden ionisierende Strahlen freigesetzt. Bei diesen Strahlen handelt es sich um Gamma- als auch Alpha- und Betastrahlungen. Trifft diese atomaren Teilchen auf den Menschen, so werden Körperzellen angegriffen und nachhaltig geschädigt. Das Risiko an Krebserkrankungen verschiedenster Art zu erleiden ist gegeben. Hierbei gilt die Prämisse: je höher und intensiver die Bestrahlung, desto schneller der Zerfall der Körperzellen und desto höher die Krebsrisikoerkrankung.

Was passiert mit dem menschlichen Organismus?

Treffen Körperzellen auf ionisierte Strahlen, so werden die einzelnen Moleküle zerstört. In diesen Zellen befinden sich jedoch die wertvollen Erbinformationen eines jeden Menschen oder Tieres. Zwar kann sich jede Zelle dank Schutzmechanismen selbst reparieren, doch nicht immer ist eine einwandfreie Reparatur gegeben. Es kann auch zu Fehlschlägen kommen, die Strahlung siegt und der Körper zerfällt immer mehr. Durch diese Maßgabe entstehen Leukämie und andere Krebsarten.

Wir wirkt sich der Zerfall zunächst aus?

Jeder Mensch, jedes Tier und jede Pflanze geht mit der Strahlenbelastung anders um. Während Pflanzen eingehen und sich nicht mehr erholen, erleiden Mensch und Tier an verschiedenen Krankheitsbildern. Neben Blutarmut sind

  • Durchfall
  • Unwohlsein
  • Kopfschmerzen sowie Migräne
  • Übelkeit

und einiges mehr nicht unüblich. In vielen Fällen verschlimmern sich die Krankheitssymptome. Medikamentöse Behandlungen können erfolgreich sein, bilden jedoch keinerlei Garantie. In zahlreichen Fällen kann eine starken Bestrahlung und Dauerbelastung zum Tod führen.

Ist Radioaktivität somit ansteckend?

Ist ein Mensch radioaktiv belastet, so gilt er damit nicht automatisch als ansteckend, da die Person selbst keine Strahlung aussendet. Ist der Mensch allerdings mit Radioaktivität in Berührung gekommen, so gilt es zunächst eine Dekontaminierung vorzunehmen. Kleidung muss entfernt und der Körper gewaschen werden. Wird dies befolgt, so ist die Person auch nicht gefährlich.

Ab wann ist eine schädliche Radioaktivität gegeben?

Ist die Strahlung höher als 1 Sievert, so muss von einer Erkrankungsgefahr ausgegangen werden. Fehlbildungen bei Neugeborenen, akute Schädigungen, Krebserkrankungen und vieles mehr sind bereits ab einem Wert von 100 mSv möglich.

Dennoch darf nicht vergessen werden, dass der Mensch jeden Tag einer gewissen Strahlenbelastung durch die Umwelt ausgesetzt ist. Strahlungen aus dem Boden, in Lebensmitteln oder in der Luft sind allgegenwärtig, sodass Panik zunächst kein Grund zur Sorge darstellt. Allein in Deutschland wird eine Strahlenbelastung von ca. 2-3 mSv/a und in einigen Fällen sogar 10mSv/a erreicht werden – dies ist jedoch ein natürlicher Vorgang und kann nicht aufgehalten werden.

Wofür steht die Bezeichnung Sievert?

Die Bezeichnung Sievert oder Millisievert wird als Maßeinheit für die vom Organismus aufgenommene radioaktive Strahlung verwendet. Dabei entsprechen 1.000 Millisievert einem Sievert. Wird eine radioaktive Belastung im Rahmen von 100 mSv ermittelt, so steigt das Risiko an Krebs oder Leukämie zu erkranken um rund 1 Prozent an.

Was kann der Mensch bei Bestrahlungen tun?

Ist eine Katastrophe gegeben, so sollten Betroffene zunächst Vorkehrungen treffen. Dabei sind lagerfähige, langhaltbare Lebensmittel so schnell wie möglich anzuschaffen. Ein Verbleib in einem Schutzgebäude ist zunächst für 7 Tage denkbar. Medizinische Fachkräfte werden sich um Betroffene schnellstmöglich kümmern und diese versorgen. In den meisten Fällen werden Jodtabletten verteilt. Radioansagen und Fernsehinformationen sollten Folge geleistet werden, um sich selbst zu schützen.

Was können Jodtabletten nach einem radioaktiven Unfall bewirken?

Ist der Körper Radioaktivität ausgesetzt worden, so wandert auch weiterhin die im Körper befindliche Jodmenge in die Schilddrüse und wird dort für eine gewisse Zeit abgespeichert. Da das Jod jedoch auch bestrahlt wurde, kann es in diesem empfindlichen Organ zu Schäden kommen. Die Schilddrüse agiert nun jedoch selbstschützend und versucht sich weiterhin mit Jod zu versorgen. Die schnelle Versorgung ist dabei maßgeblich, um Schäden zu reduzieren.

Warum ist Jod so wichtig für den Organismus?

Jod ist eines der bedeutensten Spurenelemente für den menschlichen Körper. Es reguliert nicht nur das Wachstum, sondern sorgt für reibungslose

  • Stoffwechselprozesse
  • Energiestoffwechsel
  • Knochenbilddung
  • Weiterentwicklung des Gehirns.

Das Jod gelangt nach der Aufnahme in den Magen-Darm-Trakt und wird vom Blut zur Schilddrüse transportiert. Hier wird es abgespeichert und bedarfsweise an den Stoffwechsel abgegeben.

Der Mensch ist demnach jeden Tag radioaktiver Strahlung ausgesetzt – dies ist jedoch nicht schädlich und gehört zum natürlichen Kreislauf des Lebens dazu. Kommt es dennoch zu atomaren Unfällen, so sind gewisse Vorkehrungen zu treffen, damit Spätfolgen minimiert oder ausgeschlossen werden können.

Radioaktivität richtig messen

Radioaktivität kann man weder sehen noch spüren. Als unsichtbare Kraft gilt die radioaktive Strahlung als überaus gefährlich. In den vergangenen Jahren hat der Respekt vor radioaktiver Strahlung jedoch stetig zugenommen – vor allem nach den Vorfällen in Tschernobyl und Fukushima. Immer mehr Privathaushalte interessieren sich daher für Radioaktivitätsmessungen in Form von Geigerzeiler oder ähnlichem. Mittlerweile gibt es sogar Smartphone-Apps, die angeblich Strahlungen ermitteln können. Doch wie lässt sich Radioaktivität messen und geht sowas auch tatsächlich mit dem Handy?

Ermitteln von Radioaktivitäten

Der Mensch selbst besitzt leider kein Sinnesorgan, mit dem ionisierende Strahlung wahrgenommen werden könnten. Hierfür müssen sich spezieller Hilfsmittel bedient werden: mit einem einfachen Messgerät ist dies bereits möglich. Die Geräte können den Zerfall eines Atomkerns unter einer Trillion nichtradioaktiver Atomteile erkennen.

Was ist eigentlich Radiaktivität?

Die Maßeinheit für Radioaktivität wird in Becquerel (kurz Bq) eingegliedert. Dass unsichtbare Strahlen existieren hat Antoine-Henri Becquerel bereits gegen Ende des 19. Jahrhunderts herausgefunden. Ein Becquerel ist dann erkennbar, wenn in lediglich einer Sekunde ein Atomteil zerfällt. Die ganz normale Radioaktivität von Nahrungsmittel liegt ungefähr bei 40 Becquerel/kg. Das bedeutet, dass je Kilogramm Lebensmittel ca. 40 Atomkerne pro Sekunde zerfallen.

Unterschieden wird in Strahlendosis (Äquivalentdosis). Diese wird in Sievert (Sv) gemessen und berücksichtig die Wirkung der unterschiedlichen Strahlenarten sowie die Strahlenempfindlichkeit des Menschen. Eine Umrechnung der exakten Radioaktivität nebst Dosis ist oft nicht möglich, da Entfernung der Strahlungsart oder Strahlungsenergie variieren können – deshalb werden häufig ungefähre Werte ermittelt.

Wie viel Strahlung verträgt ein Mensch?

Die normale Strahlenbelastung liegt round about bei 2mSv/a. Jedoch ist dieser Wert vom Wohnort sowie der Lebensweise abhängig zu machen. Eine Person, die beispielsweise von Berufswegen mit Radioaktivität betraut ist, sollte nicht mehr als 20 mSV/a ausgesetzt sein (in den USA liegt der Wert bei 50 mSV/a) – ab einem Wert von 100 mSV/a wird das Krebsrisiko drastisch erhöht.

Womit lässt sich Radioaktivität effektiv messen?

Eine zuverlässige Analyse lässt sich mit einem Geigerzähler erreichen. Dieses Gerät ermittelt nicht nur Gammastrahlen, sondern auch Beta- sowie Alphastrahlungen. Interessant: diese Modelle können auch von einem Laien verwendet werden – Profi-Wissen ist demnach nicht nötig.

Anwendungsgebiete

Ist das Gerät funktionsbereit, so nimmt es sämtliche Strahlungswerte auf und speichert ebenso den Durchschnittswert der vorangegangenen Messeinheiten ab. Der Geigerzähler übernimmt dabei einen recht großen Messbereich und gibt 0.01 bis 1.000 mSv/h an. Alle Informationen werden auf einem Display angezeigt und lassen sich somit leicht ablesen.

Wie funktioniert ein Geigerzähler?

Damit eine Messung vollzogen werden kann, nimmt ein Zählrohr alle notwendigen Daten auf. Das Zählrohr besteht in der Regel aus Metall, welches gleichzeitig als Kathode fungiert und im Inneren einen Draht besitzt, welcher als Anode angelegt ist. Zudem ist das Rohr mit Edelgasen – zumeist Argon oder Krypton – gefüllt, die nicht in der Lage sind Anionen zu erzeugen. Werden nun Alpha- oder Beta-Teilchen aufgefangen, so reagiert das Zählrohr. Die Strahlung trifft auf die Gase, als Ergebnis entstehen Elektronen, welche auf die Anoden reagieren und sich abstoßen (Stossionisation). Dabei wird ein klein wenig Energie erzeugt und mittels „Knackgeräusche“ signalisiert.

App ermittelt Strahlung via Kamerasensor

Ähnlich soll dieses Vorhaben mit einer Android-App gelingen- allerdings etwas weniger spektakulär. Vielmehr nimmt der Sensor der Handykamera die vorherrschende Strahlung auf. Wichtig: die Kameraschnittstelle muss vor dem Einsatz mit einem Klebeband, einem Stück Alu oder ähnlichem abgeklebt werden. Nur so kann das einfallende Licht draußen und Strahlungspartikel aufgenommen werden. Durch diese Maßgabe lassen sich Rückschlüsse erlauben und Auswertungen anstellen. Dabei nimmt das Smartphone die Beta- als auch Gammastrahlungen auf, Alpha-Strahlungen können nicht detektiert werden. Bleibt jedoch die Frage offen, was besser funktioniert? Die App oder der Geigerzähler?

Experten haben herausgefunden, dass die Apps sich doch stark unterscheiden. Einige Downloads reagieren nämlich auf Kippen und Wackeln des Smartphones und geben Knackgeräusche ab. Wiederum andere Programme konnten hingegen recht gute Ergebnisse erzielen. Somit kann die App ganz sicherlich für den Laien und Anfänger interessant sein. Besser sind jedoch richtige Geigerzähler, die zwar durchaus teurer sind und um die 100€ und mehr kosten. Trotz des Kostenaufwandes wird mit den modernen Geräten eine wesentlich exaktere Messung erzielt.

Wie ist ein Geigerzähler zu bedienen?

Ist das Gerät in Betrieb, so agieren die Modelle in unterschiedlicher Art und Weise.

Strahlenaufnahme mit Ton
Der klassische Geigerzähler besitzt einen Lautsprecher und gibt über akustische Knack- oder Klicksignale Mittelung, wenn Alpha- oder Beta-Teilchen ermittelt werden. Die Teilchen werden dabei pro Minute (CPM) angezeigt.

Strahlenaufnahme über Displayanzeige
Andere Modelle hingegen zeigen die Messdaten über Displays an. Die Messergebnisse werden stetig aktualisiert und können auch auf Computer oder Laptop übertragen und anschließend ausgewertet werden.

Mithilfe dieser unterschiedlichen Varianten ist es selbst einem Anfänger möglich, radioaktive Strahlen in unmittelbarer Nähe schnell und effizient zu ermitteln. Welches Wahl letztendlich getroffen wird, hängt mitunter von den individuellen Möglichkeiten ab. So sind die Apps durchaus nützlich, können jedoch das breite Spektrum der Strahlungen nicht ermitteln. Besser können diverse Geigerzähler sein, die jedoch in preislicher Hinsicht etwas mehr zu Buche schlagen. Hier ist abzuwägen, mit welchem Gerät bessere Ergebnisse zu erzielen sind.